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Dienstag, den 16. März 2010 um 03:05 Uhr

Rechtliches

Umfrage

Außer Fische habe ich noch...


Haltungsfehler

Vergesellschaftung Besatzdichte Einrichtung Wassertrübung Planzenwuchs Algen


Pflege:

Fische sind Wirbeltiere, mit einem sehr gut ausgeprägten Sinnessystem, welches dem des Menschen teilweise weit überlegen ist! Sie empfinden Schmerz, auch wenn sie ihn nicht artikulieren können. Vielfach werden nach dem Tod von ganzen Beständen am nächsten Tag bedenkenlos neue Fische gekauft, ohne sich über die Ursachen des Sterbens im klaren zu sein.

Aquarienfische sind keine Wegwerfartikel!

Fischtonne

Der Tod von Fischen bzw. dem kompletten Aquarienbesatz ist (selbst-) kritisch zu hinterfragen.


Bei der Auswahl der Fische, die man in seinem Aquarium pflegen möchte, muss neben  persönlichen Geschmack und Vorlieben die Vergesellschaftungsfähigkeit bedacht werden. Das man große Raubfische nicht mit kleinen Salmlern oder Barben hält, ist naheliegend. Doch die wenigsten Fische sind reine Pflanzenfresser und auch die sind nicht immer friedliche Zeitgenossen. Wichtig ist die Betrachtung von Herkunft, Verhalten, Nahrung und zu erreichender Endgröße.

Im Folgenden einige Beispiele:

Minihaie:
Diese Vetreter der Kreuzwelse (Ariidae) landen wegen ihres haiähnlichen Aussehens immer wieder in Aquarien. Diese beliebten Speisefische erreichen eine Endgröße von über 1 Meter und benötigen als Bewohner von Küstengewässern ebenso wie die "Silberdollar" zumindest Brackwasser. Für Süßwasseraquarien sind sie ungeeignet.

Loricariiden:
Diese beliebten südamerikanischen Welse werden zumeist als bunte "Scheibenputzer" in Aquarien gehalten. Regelmäßig angeboten und gekauft werden u.a. der Wabenschilderwels (Glyptoperichthys gibbiceps) und Adoniswelse ( Acanthicus hystrix bzw. adonis). Diese Welse werden weit über 30 Zentimeter lang und belasten durch den entsprechenden Appetit das Aquarienwasser mit Schadstoffen.

Kampffische:
Sie sind meist als bunte Hochzuchtformen im Handel erhältlich. Die Pflege und Zucht dieses revierbildenden Labyrinthfisches ist anspruchsvoll und kann nur bedingt mit anderen Fischen vergesellschaftet werden.

Zierfische bewohnen die unterschiedlichsten Lebensräume. Das betrifft nicht nur den Lebensraum - z.B. See oder Fluss - sondern auch andere Umweltgrößen. Nicht nur die Temperaturansprüche (23°C - 32°C) können sich fundamental unterscheiden, sondern auch die bevorzugten Wasserwerte.

Das reicht von Mollies in lebensfeindlichem Schwefelwasserstoffwasser in Mexiko, Neons die natürlicherweise in destilliertem Wasser mit einem pH-Wert von Essig leben, über lebendgebärende Zahnkarpfen aus dem leicht alkalischen kalkhaltigen Wasser Mittelamerikas, bis hin zu kleinen afrikanischen Barschen aus Natronseen.

Haltung bei nicht optimalen Wasserwerten bedeutet physiologischen Stress für die Tiere, sie werden anfälliger für Krankheiten. Es sollten nur Fische miteinander vergesellschaftet werden, die bezüglich Wasserqualität und Temperatur die gleichen Ansprüche stellen.

Informieren Sie sich vor dem Kauf über die Pflegeansprüche der Fische!



Vergesellschaftung:
Bei der Zusammensetzung des Fischbesatzes muss das Verhalten der jeweiligen Arten berücksichtigt werden. Viele Arten, wie z.B. viele revierbildende Buntbarsche, sind zeitweise (Fortpflanzung) oder permanent (Nahrungsreviere) dominant.
Beim Besatz muss auf den bevorzugten Aufenthaltsraum geachtet werden. Klassisch ist die Einteilung in obere, mittlere und untere Wasserschichten. Aber auch diese Methode hat ihre Tücken, da die wenigsten Fischarten strikte Oberflächenbewohner (Hechtlinge, Halbschnabelhecht, Beilbäuche) oder Bodenbewohner (Panzerwelse) sind. Vielmehr muss das Aquarium so strukturiert sein, dass klare Reviere geschaffen werden und für unterlegene Tiere Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten bestehen. Je naturnaher die Einrichtung, umso besser.

Aus welchem sozialen Umfeld kommen die Fische? Einzelgängerische Arten sind anders zu vergesellschaften als schwarmbildende Fische. Für revierbildende Arten ist ein reich strukturiertes Becken mit vielen Versteckmöglichkeiten / Pflanzendickichten angezeigt, während Schwarmfische eine genügend hohe Individuenzahl (mindestens 10 Fische) und freien Schwimmraum benötigen.


Besatzdichte:
Viele (Neu-) Aquarianer erliegen dem Jagd- und Sammeltrieb. Das führt teilweise zu drastischem Überbesatz in meist zu kleinen Aquarien. Der Besatz eines Aquariums sollte vorher gut geplant werden. Eine Liste mit dem Wunschbesatz gibt einen guten Überblick bezüglich Gesamtzahl und Artenzusammensetzung.

Die Formel "Pro Liter Aquarienwasser, ein Zentimeter Fisch" ist eigentlich Unsinn!

Demnach könnte man in einem 54 Liter Aquarium (60 cm lang, 30 cm breit, 30 cm hoch)  einen 54 Zentimeter langen Fisch halten!

Verbindliche Angaben zur Besatzdichte sind nicht sinnvoll, da sie von zu vielen Variablen abhängen und deshalb zu stark vereinfacht werden müssten. Wegen der Gefahr von Missverständnissen wären sie unter dem Gesichtspunkt des Tierschutzes eher kontraproduktiv als nützlich.

Beispielsweise wechseln sich in Abhängigkeit von Alter (Jungfische, subadulte und adulte Exemplare), von spezifischen biologischen Aktivitätsphasen (verpaarte/unverpaarte, territoriale/nicht-territoriale, balz-, fortpflanzungs-, brutpflegeaktive Exemplare) periodisch immer wieder Phasen mit größerem und erheblich geringerem Raumbedarf ab.
Ferner sind für die zulässige Besatzdichte nicht nur die Einrichtung, das Zahlenverhältnis der Geschlechter, sondern auch die Abmessung des Aquariums (Oberfläche oder Grundfläche, Höhe) von entscheidender Bedeutung. In einem kleineren gut gegliederten Aquarium kann die Besatzdichte durchaus größer sein als in einem weit größeren, aber weitgehend leeren Aquarium.

Bei zu hoher Besatzdichte kommt es zu Stress, das Immunsystem wird negativ beeinträchtigt und die Tiere werden anfälliger für Krankheiten. Darüber hinaus kann es zu Beschädigungen der Tiere untereinander in Form von Flossen- oder Schuppenverlusten kommen, was Sekundärinfektionen (z.B. durch Pilzbefall) zur Folge hat.

Empfohlene Besatzdichte:
Laut Auszug aus dem Sachkundenachweis des Verbandes Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde e.V. (VDA) werden folgende Besatzdichten empfohlen:

Fischgröße (ausgewachsen)
Wassermenge pro 1 cm Fisch
unter 2 cm 1,0 Liter
2 bis 5 cm 1,5 Liter
5 bis 10 cm 2,0 Liter
10 bis 15 cm 3,0 Liter
15 cm und größer
4,0 Liter und mehr

Bei der Errechnung des Wasservolumens ist vom Nettovolumen auszugehen, also abzüglich Bodengrund und Einrichtungsgegenstände.

Eine höhere Besatzdichte kann helfen, das dominante Verhalten einzelner Fische zu verringern. Das ist aber kein Persilschein für Überbesatz. Auch höhere, bewusst durchdachte Fischdichten müssen vorher geplant werden. Einzelfische können in diesem Fall nur kleine Reviere verteidigen und beherrschen nicht das halbe Becken. Die Aggressionshandlungen verteilen sich auf mehrere Individuen, statt wenige Tiere stark zu unterdrücken. Dies gilt insbesondere für die aquaristisch beliebten Barscharten aus den afrikanischen Grabenseen (Malawisee, Tanganjikasee Viktoriasee), die auch in der Natur in hohen Bestandsdichten vorkommen können.

Bei neu aufgestellten Aquarien sollten die einzelnen Fischarten nacheinander über mehrere Tage oder Wochen etappenweise eingesetzt werden. Nicht der gesamte Fischbesatz auf einmal.


Probleme nach der Neueinrichtung:
Einsteigersets gehören nicht nur in Gartencentern zum Standardprogramm, auch in vielen Baumärkten sind sie mittlerweile erhältlich. Es handelt sich in der Regel um 60 Liter Aquarien, aus denen man durchaus ein hübsches Kleinod machen kann. Beispiele wären hier vor allem gut bepflanzte Zwergbuntbarsch-Aquarien zu nennen. Mitgelieferter Innenfilter und Heizer sind ebenso wie die Beleuchtung für die Beckengröße geeignet.

Vor dem Fischbesatz sollte das Aquarium mindestens zwei Wochen einlaufen, d.h. es sind nur Bodengrund, Pflanzen und Dekomaterialien enthalten. Zum Einen benötigen die Pflanzen diese Zeit zum wurzeln und sich auf die neuen Wasser- und Lichtverhältnisse einzustellen. Zum Anderen muss sich die Bakterienfauna im Filter und Bodengrund etablieren. Aus dem sterilen, neu befüllten Becken muss erst ein Aquarium mit funktionierendem Kleinökosystem werden!

"Starterbakterien" für den Filter unterstützen die Ausbildung eines funktionierenden Biosystems. Sie ersetzen aber nicht die nötige Einlaufphase des Aquariums ohne Fischbesatz!


Einrichtung:
Sie muss sich an den zu pflegenden Fischen orientieren.
Der Bodengrundschicht sollte, wie bereits erwähnt, mindestens fünf Zentimeter hoch sein. Feiner Quarzkies (naturbunt) der Körnung 3-4 ist zu bevorzugen. Bei zu großer Körnung verfangen sich sehr viel Schmutz und Futterreste in dem groben Lückensystem des Kieses. Je feiner der Kies, umso besser der oberflächliche Abtransport von Schmutzpartikeln. Bei der Verwendung von Sand muss auf eine ausreichende Durchströmung  geachtet werden, es können sonst Faulstellen im Bodengrund entstehen.
Lateritbruch ist als Bodengrund ungeeignet!

Durch das scharfkantige Material können sich gründelnde oder bodenorientiert lebende Fische tiefe Schnittverletzungen zuziehen. Ebenfalls ungeeignet sind gefärbte Glaskugeln, Murmeln oder eingefärbter Boden. Die oftmals grellen Farben führen zu Stress bei den Fischen und können Giftstoffe an das Wasser abgeben (Schwermetallfarben).

Es müssen geeignete Rückzugsmöglichkeiten vorhanden sein, aber auch Laichplätze, damit es nicht zu einer Laichverhärtung kommt.
Dicht bepflanzte Gesellschaftsbecken eignen sich beispielsweise besonders für die Pflege von südamerikanischen und westafrikanischen Zwergbuntbarschen in Verbindung mit Salmlern, südostasiatischen Bärblingen oder Labyrinthfischen. Die meist kleinen bis mittelgroßen Fische beschädigen die Pflanzen nicht und dienen Salmlern und Barben als Laichsubstrat. Für Zwergbuntbarsche bieten sich halbierte Kokosnussschalen an, aus denen eine kleine Einschwimmöffnung ausgesägt wird.

Steindekorationen sollten möglichst kein oder nur wenig Kalk abgeben.
Schneckenbarsche aus dem Tanganjikasee benötigen hingegen - wie der Name schon sagt - Schneckenhäuser. Naturbehausungen der Neotauma-Schnecken können gekauft werden. Selbst gesammelte und abgekochte Weinbergschneckenhäuser tun es aber auch. Steinaufbauten sollten aus Kalkstein sein. Hier bietet vor allem Karstgestein (Lochgestein) reichlich Unterschlupf für die sich in der Regel schnell einstellende Jungfischfülle.


Wassertrübung:
Frisches Leitungswasser ist nach dem ersten Befüllen in der Regel leicht trübe. Diese Trübung verliert sich nach drei bis vier Tagen. Je nach dem, wie schnell und gut sich die Bakterienfauna im Aquarium etabliert hat.
Vor dem ersten Fischbesatz sollte das Aquarienwasser klar sein. Nach dem ersten Besatz sollte mehrmals und nur in kleinen Portionen gefüttert werden. Gerade in der Anfangsphase liegt die Abbauleistung der Bakterien noch auf niedrigem Niveau. Durch zu viel Futterflocken im Aquarium kann es zu kolloiden Trübungen des Wassers kommen. Es darf nur so viel gefüttert werden, wie die Fische in kurzer Zeit fressen.
Trübungen des Aquarienwassers können auch durch eine massive Keimbelastung hervorgerufen werden. Dies ist oft ein lebensbedrohlicher Zustand für die Fische. Hier ist ein sofortiger Wasserwechsel angezeigt (min. 3/4 des Beckenvolumens). Die Ursache für die Keimschwemme muss ermittelt werden (verwesende Fische im Becken, faulende Futter- oder Pflanzenreste)


Pflanzenwuchs:
In den meisten großen Betrieben werden die Aquarienpflanzen auf speziellen Nährböden oder in einem Nährstoffmedium auf Mineralwolle kultiviert. Die Mineralwolle ist vor dem Einpflanzen zu entfernen! Den Wurzelballen unter fließendem Wasser, am besten mit einer alten Zahnbürste vorsichtig freibürsten. Viele Fische suchen naturgemäß an der Basis von Pflanzen nach Nahrung. Mitgefressene Mineralfasern führen zu Darmverschluss.

In einer Wasserpflanzengärtnerei werden die Pflanzen unter optimalen Nährstoffverhältnissen gepflegt. In einem neu eingerichteten Becken ist dies anders. Oft fehlt in der untersten Bodenschicht ein guter Bodengrunddünger (am besten Lateritgranulat). Es kommt bald zu Mangelerscheinungen, bei denen sich die Blattspreiten hellgrün bis hellgelb verfärben, während die Blattadern grün bleiben (z.B. Eisenmangel). Flüssige Pflanzendünger belasten eher das Wasser und fördern den Algenwuchs, als das sie von den Pflanzen effektiv genutzt werden können. (Nährsalzaufnahme der Pflanzen erfolgt über die Wurzeln!) Düngetabletten, die unmittelbar an der Pflanzenbasis in den Bodengrund gedrückt werden, können von den Pflanzen besser verwertet werden und belasten durch eine langsame, lokale Nährstoffabgabe das Wasser nicht so stark.

Die meisten Pflanzen werden über Wasser gezüchtet. Die Landblätter sind meist derber und durch eine dicke Wachsschicht gegen Austrocknung geschützt. Schon im Verkaufsbecken werden die emersen Blätter zurückgebildet und meist nach dem Kauf im heimischen Aquarium zur Gänze abgeworfen. In der Übergangsphase bleibt meist nur das Rhizom der Pflanze über. Ist das Rhizom kräftig und gut bewurzelt (keine Faulstellen), treiben bald die Unterwasserblätter.

Man kann diesen Prozess beschleunigen, indem man die emersen Blätter schon beim Einpflanzen zurückschneidet. Dies gilt vor allem für Echinodorus-Arten und bedingt für Cryptocorynen. Letztere reagieren auf Änderungen ihrer Umwelt (Umsetzen, grosser Wasserwechsel oder anderes Licht) zumeist mit dem Abfaulen der Blätter. Aus dem verbliebenen Rhizom treiben aber schnell wieder neue Blätter.

Wie bereits erwähnt, ist faulendes Pflanzenmaterial aus dem Aquarium zu entfernen!

Anders hingegen die Stängelpflanzen:
Wasserfreund oder Kirschblatt wachsen wie Valisnerien ohne Blattverlust weiter. Sie müssen aber aufgrund ihres eigenen Auftriebs gut im Bodengrund verankert werden. Das Bleiband ist vor dem Einpflanzen zu entfernen. (Bleivergiftung des Aquarienwassers)

Am Anfang sollte auf feinfiedrige Pflanzen, wie Cabomba, verzichtet werden. Sie verlieren durch die Umstellung häufig einen Großteil ihrer Fiederblättchen, die nur mühsam aus dem Aquarium entfernt werden können.


Algen:

"Pinselalgen" / Rotalgen:
Bilden sich als meist säumender Aufwuchs an Blatträndern von Wasserpflanzen, aber auch auf anderen Dekorations- und Einrichtungsgegenständen. Die Farbe ist meist dunkelgrün bis schwarz und die namensgebende Rotviolettfärbung tritt erst nach Trocknung der Algen auf. Andere Rotalgen können flächige Algenfilme bilden, bevorzugt am Bodengrund und an den Scheiben.

"Blaualgen" / Cyanobakterien:
Bilden einen zumeist unangenehm riechenden Teppich, der flächig alle oberflächennahen Pflanzenblätter oder Einrichtungsgegenstände überspannt. Es handelt sich hierbei nicht um Algen, sondern um Bakterien, die sowohl Photosynthese betreiben können, als auch organische Schadstoffe bakteriell abbauen können. Bei dem flächig, schleimigen Film handelt es sich somit um eine große Bakterienkolonie. Cyanobakterien ist zueigen, dass sie Giftstoffe produzieren, die für Algenfresser tödlich sein können. Das betrifft sowohl Invertebrata in der Natur (z.B. Wasserflöhe), als auch Aquarienbewohner (z.B. Welse).

"Fadenalgen" / Grünalgen:
Die Grünalgen, zu denen auch die Fadenalgen zählen, gehören zu den bereits hoch entwickelten Algen, die den höheren Wasserpflanzen schon sehr ähnlich sind. Wie der Name schon sagt, bilden sie fadige lange Strukturen. Dies zum Ärger vieler Aquarianer, bevorzugt auf der Blattspreite oberflächennaher Pflanzen. Grünalgen haben davon abgesehen viele unterschiedliche Erscheinungsformen. In Aquarien findet man außer Fadenalgen noch flächige Grünalgenbeläge, zumeist an den Scheiben.


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